Haben Sie schon einmal versucht, einfach nur nichts zu denken? Einfach nichts. Ich habe Jahre gebraucht, bis mir dies so gelang, dass ich einen wirklichen Nutzen daraus hatte. Ich möchte nicht den Eindruck vermitteln, dass etwas, was bei mir funktioniert, bei jedem funktionieren muss. Meine persönliche Geschichte, die Eigenheiten meiner Nervenzellen und mein Dharma sind nicht bei jedem zu finden. Ich bin Daniel, Gründungsmitglied unserer Gruppe.

 

Als Heranwachsender bin ich recht sorgenfrei aufgewachsen. Ich fand einen Job als studentische Hilfskraft der mir Spaß machte. Geld hat mir nie viel bedeutet, es kam und ging. Ich habe viel verdient und viel in Firmen investiert, die es dann mal schafften und mal nicht. Wenn das Geld weg war, musste man es neu verdienen. In dieser Zeit war ich für diverse Produkte zum Vertrieb viel im Ausland. Mit mehr als 250 Reisetagen im Jahr über einen Zeitraum von 15 Jahren, war ich mehr unterwegs, als zu Hause. Was mich dabei tief beeindruckt und beeinflusst hat, waren die unterschiedlichen Kulturen und Wertvorstellungen meiner Gesprächspartner. Mit Menschen in USA, Iran, Indien, Kamerun und Korea über Familie, Religion und Politik zu reden bringt eine tiefe Einsicht und Reflektion über die eigenen Wertvorstellungen.

 

Es zeigt sich, dass bei allen Menschen ein Streben nach Glück zu finden ist. Frieden, Nahrung und ein Zuhause sind den Menschen wichtig und reichen meist völlig aus, um Glück und den Frieden mit sich zu finden. Warum gibt es trotzdem in der Welt so viel Leid. Weil es schon Probleme gibt, Frieden zu finden, Nahrung ausreichend zu haben oder ein sicheres Zuhause. Manche Probleme sind auch selbsterzeugt, wie die Gier nach mehr Konsum.

 

Viele Kulturen, die ich besucht habe, versuchen sich mit einem oder mehreren Göttern oder auch ohne Gott nur durch persönliche Weiterentwicklung selbst den Idealzustand herbei zu wünschen. Bei einigen ist es eine große Hilfe um mit dem schweren Schicksal umzugehen, einige missbrauchen die Religion für mehr Wohlstand, Konsum, Macht oder andere niedere Beweggründe.

Als ich an der Universität zu studieren begann, glaubte ich, das wäre der ideale Ort, um Antworten zu finden. Doch ich wurde enttäuscht. Die akademische Welt versorgte mich mit eindrucksvollen Instrumenten der Rechtswissenschaft, aber zufriedenstellende Antworten auf die Frage des Lebens, wie man zum Glück findet bekam ich nicht. Es gab viel Argumentation, Auslegung und Deutung, Zerlegung von Sachverhalten bis zum Exzess, aber eine Antwort gab es nicht. Statt dem Recht, gab es nur die Auslegung und darum mehrere Alternativen. Daneben las ich, jede Menge philosophischer Bücher und führte viele philosophische Debatten mit Menschen überall in der Welt. Ich fand Gefallen an buddhistischen Gedanken. Dort sollte das Glück in der Meditation gefunden werden.

 

Meditation

 

Meditation ist der Sammelbegriff für eine Vielzahl von mentalen Verfahren. Darunter werden verschiedene Formen der Konzentration und Besinnung verstanden. In vielen Kulturen kommt dazu noch ein religiöses Element. Wir haben nie gelernt, mit unserem Geist und unseren Gedanken umzugehen. Meist zwingen uns unsere Gedanken zu Handlungen. Es gibt verschiedene Arten von Meditation wie sich auf das Atmen zu konzentrieren, auf ein bestimmtes vor dem inneren Auge (Fantasiereisen) was Gelassenheit und innere Ruhe ausdrückt oder man stellt den Körper in den Mittelpunkt und stellt sich vor das Gewicht seiner Glieder oder Wärme in Ihnen zu spüren. Letzteres ist wie beim Autogenen Training. Auch Tai Chi, progressive Muskelentspannung und Bewegungsmeditation sind Methoden der Meditation. Personen, die schwere Schmerzzustände oder schwere Depressionen haben, werden sich kaum entspannen können. Kritisch ist es auch bei Menschen mit seelischen Störungen wie Psychosen, da diese sowieso schon wenig innere Grenzen haben.

 

Samatha

 

Du hast Deine objektiven Probleme und subjektiven Probleme zu einem erträglichen Ruhezustand gebracht, dann macht es Sinn auch den Geist zu schulen und zur Ruhe zu bringen. Hierfür dient dann die Meditation. Hierbei gibt es die Achtsamkeits- und die Erkenntnismeditation. Die Achtsamkeitsmeditation wird auch Samatha genannt. Samatha bedeutet Konzentration oder Ruhe. Es ist der Zustand in dem der Geist zum Stillstand gebracht, nur auf einen Gegenstand gerichtet wird und nicht umherwandern darf. Wenn man dies erreicht hat, durchdringt eine tiefe Ruhe Körper und Geist, ein Zustand von Gelassenheit. die meisten Meditationssysteme betonen die Samatha-Komponente. Der Meditierende konzentriert sich auf Objekte, wie ein Gebet, Gesang, Kerzenflamme, Atmung, Körper etc. Das Ergebnis ist der Zustand der Verzückung, der andauert bis die Meditationssitzung beendet ist. Als ich anfing dachte ich, das sei irgendein esoterischer Hokuspokus, die Schulung des Geistes ist jedoch beeindruckend. Es fängt damit an, dass man im Schneidersitz und mit geschlossenen Augen da zu sitzen und die gesamte Aufmerksamkeit auf den Atem zu richtet, der durch die Nase in den Körper strömt und wieder hinausfließt. Man sollte nicht versuchen, den Atem zu kontrollieren oder auf eine besondere Weise zu atmen. Man nimmt nur die Wirklichkeit des gegenwärtigen Augenblicks wahr, wie auch immer er sein mag. Wenn der Atem einströmt, bist du dir einfach nur bewusst – jetzt strömt der Atem herein. Wenn der Atem hinausfließt, bist du dir einfach nur bewusst – jetzt fließt der Atem hinaus. Und wenn du die Konzentration verlierst und dein Geist damit beginnt, zu Erinnerungen und Fantasien abzuschweifen, bist du dir einfach bewusst – jetzt schweift mein Geist vom Atem ab.

 

Als ich mit der Meditation begann war das Erste, was ich lernte, dass ich so gut wie nichts über meinen Geist wusste und nur ganz wenig Kontrolle über ihn besaß. Trotz aller Bemühungen konnte ich die Realität meines Atems, der in mich hineinströmt und wieder aus mir hinausfliesst, nicht länger als zehn Sekunden bewusst wahrnehmen, bevor der Geist abschweifte. Seit Jahren lebte ich mit der Vorstellung, ich sei der Herr über meinen Geist und Herr über mich selbst. Doch ein paar Stunden Meditation reichten, um mir deutlich zu machen, dass ich nahezu keine Kontrolle über mich selbst hatte. Ich war allenfalls ein schlechter Türsteher. Ich wurde gebeten, mich an die Tür zu meinem Körper zu stellen – an die Nasenlöcher – und einfach nur wahrzunehmen, was dort hereinkommt oder hinausgeht. Doch nach ein paar Momenten verlor ich meine Aufmerksamkeit und verließ meinen Posten. Was eine Blamage vor mir selbst. Mit etwas Übung kann man dies aber lernen und merkt, wie sich der Geist entspannt.

 

Vipassana

 

Die Vipassana-Meditation spricht eine andere Komponente an: die Einsicht. („Vipassana“ ist Pali, eine Sprache des alten Indiens, und bedeutet „Einsicht“.) Der Meditierende nutzt seine Konzentration, mti dem seine Bewussheit die Illusion niederreißen kann, die ihn vom lebendigen Licht der Realität abschneidet. Die Vipassana-Technik beruht auf der Erkenntnis, dass der Geistesfluss eng mit körperlichen Empfindungen verbunden ist. Zwischen mir und der Welt sind immer körperliche Empfindungen. Ich reagiere nie auf Ereignisse in der äußeren Welt; ich reagiere stets auf die Empfindungen in meinem eigenen Körper. Wenn die Empfindung unangenehm ist, reagiere ich mit Ablehnung. Ist die Empfindung angenehm, reagiere ich mit Verlangen nach mehr.

 

Selbst wenn wir glauben, wir würden auf das, was jemand anderer getan hat antworten, reagieren wir in Wirklichkeit auf unsere unmittelbaren körperlichen Empfindungen. Wenn wir darüber empört sind, dass jemand unsere Nation oder unseren Gott beleidigt hat, sind es die Empfindungen eines Brennens in der Magengrube und eines Schmerzes, der sich wie ein Band um unser Herz legt, die die Beleidigung unerträglich machen. Das ist die sinnliche Realität der Wut. Unsere Nation fühlt nichts, aber unser Körper tut wirklich weh.

Du bist wütend? Nimm einfach die Empfindungen wahr, die entstehen und durch Ihren Körper gehen, während Du wütend bist. Nimm wahr, wie Wut sich tatsächlich anfühlt. Leider, wenn man wütend ist, konzentriert man sich auf den Gegenstand der Wut – etwas, das jemand getan oder gesagt hat – statt auf die sinnliche Realität der Wut. Das gleiche gilt für Liebeskummer oder Angst. Auch hier generiert Dein Körper etwas, was Dich Kummer und Angst fühlen lässt.

 

Durch die Meditation wird man lernen seine Empfindungen als im Körper generierte Dinge wahr zu nehmen. Man lernt sich kennen und nimmt die Realität wahr wie sie ist. Dabei stellt man fest, dass die tiefste Quelle des Leids in den Mustern des eigenen Geistes liegt. Wenn man etwas will und es geschieht nicht, reagiert der Geist, indem er Leid erzeugt. Leid ist kein objektiver Zustand in der äußeren Welt. Er ist eine mentale Reaktion, die von meinem eigenen Geist erzeugt wird. Das zu erkennen ist der erste Schritt, um nicht noch mehr Leid zu erzeugen. Außerdem werden Sie eine unvorstellbare Konzentration und Klarheit erleben. Aber nicht sofort, darum nicht ungeduldig sein, sondern nach jahrelanger Praxis.

 

Inzwischen gibt es viele Meditations-Apps, drop in Meditationen - es ist ein Milliardenmarkt geworden. Es ist hip, soll dem Anbieter Geld bringen und die Spiritualität ist verloren gegangen. Es bleibt bei der Shine-Meditation (Achtsamkeits-Meditation) - der Konzentration auf was auch immer - stehen und ist ein reines Entspannungs-Ding geworden. Meditation ist aber viel mehr als die Entspannung. Nach der Achtsamkeitsmeditation sollten man sich weiterentwickeln zur Vipassana-Meditation (Erkenntnis-Meditaton) zur Erkenntnis von sich selbst und dem Leben. Erst dann kann man langfristige Effekte und Erkenntnisse herbeiführen.

 

Lösung objektiver Probleme

 

Was aber wenn man objektive Probleme hat, also Sachfragen. Dann versucht man sich in der Meditation und die Gedanken an diese Probleme springen im Hirn herum, wie verrückte Affen und lassen keine gedankliche Ruhe aufkommen. Es muss also eine Schrittfolge sein, zunächst die Lösung der objektiven Probleme, dann der subjektiven Probleme und dann die Vertiefung in die Meditation.

 

Darum habe ich mit meinem amerikanischen, spirituellen Lehrer eine Idee entwickelt, dies zu kombinieren, wie es früher bei den buddhistischen Lehrern gängig war. Man konnte mit alltäglichen Problemen kommen und bekam einen Rat. Wir entwickelten ein Retreat, was stark auf die buddhistische Lehre ausgerichtet war. Wir haben 1982 ein Unternehmen gegründet, was beratend B2B aktiv ist. Wir hatten für die meisten Fragen der Welt einen Spezialisten. Zusätzlich haben wir in unserem Ashram Business-Retreats mit viel Beratung, Brainstorming, Präsentationen, Meditation durchgeführt. Ich selbst war und bin in der Unternehmensgruppe Spezialist für Zahlen von Planung und Controlling bis zu Big Data-Analysen.

 

Es hat sich gezeigt, dass der eigentliche Gedanke des Retreats dabei verloren geht. Wir machen es zwar immer noch und beraten internationale Unternehmen in USA, Afrika und Europa als GetSales Ltd und GetSales Inc. (getsales.eu), wir haben dem Gedanken des Retreats aber eine neue Basis gegeben. Der erschöpfte Mensch von heute, mit Burnout und unzufrieden mit dem Leben, braucht mehr und längere Zeit in einem Retreat, als wir ermöglichen können. Es gibt kein Angebot für Menschen, die sich weiterentwickeln wollen, die Gesprächspartner suchen, um über Themen des Alltags zu diskutieren. So wie früher bei den alten Meistern. Wir haben darum das Ashram auf Mallorca aufgebaut.

 

Retreat

 

Beim Retreat auf Mallorca geht es um Personen, die mit sich bereits im Reinen sind. Personen, die sich entspannen wollen und Menschen die diskutieren wollen, die sich innerlich schon weiter entwickelt haben. Menschen, die in sich ruhen, aber dennoch einen Ort der außergewöhnlichen Ruhe und Stille suchen.

 

Wir haben uns an den antiken Philosophen orientiert und dem Glückszustand der Ataraxie, der vollkommenen Seelenruhe. Seelenruhe durch leibliche, körperliche und geistige Genüsse ohne Entsagungen.

 

Nachdem die Idee stand, haben wir damit begonnen, den Kreis unserer Freunde zu vergrößern. Und das tun wir bis heute.